Solare Architektur in Zürich
24. Juli 2017

Solare Architektur in Zürich

von: Martin Sinzig

Ein umfassender Umbau, kombiniert mit Solarwärme, Solarstrom und einem Batteriespeicher verwandeln eine Energieschleuder, ein Mehrfamilienhaus von 1970, in ein Plus-Energie-Haus. Diese umfassende Transformation ist in Zürich-Schwamendingen gelungen, und damit wurde schweizweit die erste Minergie-A-Erneuerung realisiert.

Möglich machte das der Solararchitekt Beat Kämpfen in Zusammenarbeit mit weiteren Pionieren der Energieszene, u.a. mit der Ernst Schweizer AG, Metallbau in Hedingen. Die Architektur der 1970er-Jahre wurde quasi uneingeschränkt in das Heute transformiert – nur eben besser. Der Energieverbrauch von 30’000 Liter Heizöl pro Jahr wurde in einen Energieüberschuss verwandelt. Für den Umbau wurden nur etwa 25 Prozent der Grauen Energie aufgewendet, die bei einem gleich grossen Ersatzneubau hätte aufgewendet werden müssen.

Innovativ ist vor allem die neue Fassade. Sie passt ästhetisch ins Gesamtbild, produziert aber nicht Strom, sondern Wärme für Warmwasser und Heizung und bewegt sich kostenmässig durchaus im Rahmen einer Fassadensanierung.

Der Energieverbrauch wurde bei gleichzeitiger Vergrösserung der Wohnfläche um 22 Prozent von rund 300’000 kWh auf rund 90’000 kWh pro Jahr reduziert. Pro Quadratmeter Wohnfläche bedeutet dies eine Verringerung um den Faktor Vier. Möglich wurde das durch Solarthermie: 180 m2 Sonnenkollektoren sind an der Ost-, Süd- und Westfassade angeordnet. Dadurch ist die nutzbare Solarenergie relativ gleichmässig übers Jahr verteilt.

Auf der Dachfläche wurde eine Photovoltaik-Anlage mit 35 kW Leistung horizontal montiert. Diese produziert voraussichtlich 33'900 kWh im Jahr. Das reicht aus, um die Wärmepumpe und die Lüftungsanlagen zu betreiben sowie den Allgemeinstrombedarf zu decken. Mit dem Einbau einer kleinen Batterie wird ein möglichst hoher Eigenverbrauch angestrebt. Die Energiebilanz für die Gebäudetechnik liegt mit 2’500 kWh Überschuss pro Jahr im positiven Bereich.

(Quelle: ee-news.ch)