Energieautark in Brütten
27. Juli 2017

Energieautark in Brütten

von: Martin Sinzig

In die Fassade integrierte Photovoltaik-Panels sind noch teuer. Fortschritte zeigt der Neubau eines Mehrfamilienhauses in Brütten bei Winterthur. Dort bestehen die Fassadenflächen aus speziellen, hinterlüfteten Glasplatten, in welche rahmenlose Dünnschichtmodule eingearbeitet sind. Dank einer neuen Klebemethode konnten Gewicht und Kosten reduziert werden.

Die hinterlüfteten Photovoltaik-Module kamen pro Quadratmeter auf 600 Franken zu stehen. Diese Kosten sind zwar deutlich höher als Holz-, Metall- oder herkömmliche Wärmedämmverbundsysteme (WDVS). Über die gesamte Lebensdauer soll die Solarfassade jedoch besser abschneiden, heisst es in einem Bericht im Schweizerischen Hauseigentümer.

Dank einer speziellen Beschichtung ist die Fassade selbstreinigend. Sie produziert Strom und trägt damit in jedem Betriebsjahr zur Amortisation bei. Nach etwa 25 bis 30 Jahren soll diese Lösung sogar günstiger werden als eine WDVS-Fassade. Weitere Kostensenkungen für Solarfassaden sind mit der weiteren Entwicklung der Technologie zu erwarten, wird der Hersteller zitiert.

Das Mehrfamilienhauses in Brütten, als «schwarzgraues Wunder» bezeichnet, setzt einen Meilenstein für Energieautarkie. Die Photovoltaik-Anlagen (Dach- und Fassadeninstallationen) wurden auf jährlich 100'000 kWh ausgelegt und liefern ca. 2'200 kWh für jeden Haushalt. In Sachen Wärme reichen dem «schwarzgrauen Wunder» 40 Sommertage, um den Jahresbedarf für alle neun Wohnungen abzudecken. Dahinter steckt eine ausgeklügelte Kombination von elektrischen und thermischen Speichern sowie einer Power-to-Gas-Anlage.

(Quelle: Der Schweizerische Hauseigentümer)