Einspeisevergütung 2027: Flexibilität wird entscheidend
Warum Flexibilität jetzt zur strategischen Aufgabe für VNB wird
Ab 2027 wird nicht mehr nur entscheidend sein, wie viel Strom ins Netz eingespeist wird, sondern auch wann. Das neue Vergütungsmodell verändert die wirtschaftlichen Anreize für PV-Produzenten – und macht deutlich, wie wichtig die intelligente Nutzung und Steuerung von Flexibilitäten künftig sein wird. Für Verteilnetzbetreiber stellt sich deshalb eine zentrale Frage: Wer behält den Überblick und sorgt dafür, dass die vorhandenen Flexibilitäten auch netzdienlich eingesetzt werden?
Neue Einspeisevergütung, neue Anreize
Ab dem 1. Januar 2027 richtet sich die Einspeisevergütung grundsätzlich nach dem Marktpreis zum Zeitpunkt der Einspeisung, sofern keine andere Vergütung vereinbart wurde. Statt eines quartalsweisen Referenzmarktpreises zählt künftig der jeweilige Spotmarktpreis im Viertelstundentakt.
Damit verändert sich die Wirtschaftlichkeit der Einspeisung. Gerade an sonnigen Tagen mit hoher PV-Produktion können die Vergütungen sehr tief oder sogar negativ ausfallen. Für Produzenten wird es deshalb zunehmend interessant, Strom gezielt selbst zu verbrauchen, zwischenzuspeichern oder die Einspeisung bei Bedarf zu reduzieren.
Die Möglichkeiten dazu sind vielerorts bereits vorhanden: Batteriespeicher, Wärmepumpen, Elektrofahrzeuge und steuerbare PV-Anlagen bieten ein enormes Flexibilitätspotenzial.
Doch wer sorgt eigentlich dafür, dass diese Flexibilitäten sinnvoll zusammenspielen?
Der VNB muss seine Rolle aktiv gestalten
Mit der zunehmenden Flexibilisierung entstehen neue Möglichkeiten, aber auch neue Herausforderungen. Denn eine wirtschaftlich attraktive Steuerung aus Sicht des einzelnen Produzenten ist nicht automatisch auch netzdienlich.
Wenn beispielsweise zahlreiche Batteriespeicher oder Elektrofahrzeuge gleichzeitig auf günstige Strompreise reagieren, können dadurch neue Lastspitzen entstehen. Umgekehrt können intelligent eingesetzte Flexibilitäten helfen, lokale Netzengpässe zu reduzieren und den Netzausbau gezielter zu planen. Deshalb ist es entscheidend, dass Verteilnetzbetreiber das Thema Flexibilität aktiv angehen.
Sie kennen die lokalen Netzverhältnisse, die Anschlussstruktur und die technischen Herausforderungen. Dieses Wissen ist zentral, um beurteilen zu können, wo Flexibilitäten einen tatsächlichen Mehrwert schaffen und wie sie sinnvoll eingesetzt werden können.
Das bedeutet nicht, dass der VNB sämtliche Anlagen selbst steuern oder vermarkten muss. Er sollte aber wissen, welche Flexibilitäten in seinem Netz vorhanden sind, wie sie genutzt werden können und welche Rolle er dabei übernehmen will.
Erst die Strategie, dann die Steuerung
Bevor in neue Steuerungssysteme, Tarife oder Flexibilitätsprodukte investiert wird, braucht es deshalb eine fundierte Auslegeordnung.
Welche Flexibilitäten sind bereits vorhanden und welche kommen künftig dazu? Welche Kundengruppen verfügen über besonders interessante Potenziale? Wie lassen sich diese technisch ansteuern? Wo lohnt sich der Einsatz wirtschaftlich? Und welche Flexibilitäten sollten netzdienlich, systemdienlich oder kundendienlich eingesetzt werden?
Erst wenn diese Fragen beantwortet sind, lassen sich die unterschiedlichen Möglichkeiten sinnvoll aufeinander abstimmen und die richtigen Prioritäten setzen.
Mit NetFlex die richtigen Entscheidungen treffen
Genau hier setzt unser Angebot NetFlex an. Wir unterstützen Verteilnetzbetreiber dabei, die vorhandenen und zukünftigen Flexibilitäten im eigenen Versorgungsgebiet systematisch zu erfassen, technisch und wirtschaftlich zu bewerten und daraus eine passende Flexibilitätsstrategie zu entwickeln.
Unser Ansatz umfasst vier Schritte:
- Flexibilitäten sichtbar machen: Welche steuerbaren Anlagen und Potenziale gibt es heute und in Zukunft? Wo befinden sie sich und welche Kundengruppen sind relevant?
- Technische Möglichkeiten prüfen: Welche Steuerungssysteme sind vorhanden, welche Möglichkeiten bestehen und welche Weiterentwicklungen sind sinnvoll?
- Wirtschaftlichen Wert bestimmen: Wo entstehen Vorteile für das Netz, die Beschaffung, die Kundschaft oder neue Geschäftsmodelle?
- Strategie und Massnahmen definieren: Welche Flexibilitäten sollen prioritär genutzt werden? Mit welchen Produkten, Vergütungsmodellen und Umsetzungsschritten?
So entsteht aus einer Vielzahl technischer Möglichkeiten eine klare Entscheidungsgrundlage mit konkreten Massnahmen und einem Fahrplan für die Umsetzung.
Auch bei der Einspeisevergütung 2027 begleiten wir EVU, von den regulatorischen Grundlagen über Daten und Verrechnung bis hin zur Kundenkommunikation und der Entwicklung von Lösungen zur flexiblen PV-Einspeisung.
Jetzt die Weichen stellen
Die neue Einspeisevergütung ist ein weiterer Schritt hin zu einem Energiesystem, in dem Erzeugung, Verbrauch und Speicherung immer stärker aufeinander abgestimmt werden müssen.
Für VNB ist jetzt der richtige Zeitpunkt, sich einen Überblick über die eigenen Flexibilitätspotenziale zu verschaffen und die eigene Rolle zu definieren. Denn wer Flexibilitäten künftig sinnvoll nutzen will, sollte heute wissen, welche Möglichkeiten er überhaupt hat.
Wir unterstützen euch gerne dabei - mit NetFlex und einer Flexibilitätsstrategie, die zu eurem Netz und eurem EVU passt.
Ob neue Vergütungsmodelle, flexible PV-Einspeisung oder NetFlex: Wir unterstützen dein EVU mit praxistauglichen Lösungen. Gemeinsam klären wir, was jetzt wichtig ist.
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