Kilometer-Kosten halbiert
12. April 2018

Kilometer-Kosten halbiert

von: Martin Sinzig
Elektrofahrzeuge sind spätestens 2011 massentauglich geworden, und sie lohnen sich. Das ist auch die Erfahrung des Blogschreibers, der seit 2012 einen Chevy Volt fährt, das erste alltagstaugliche Elektroauto von General Motors. Dank eines benzinbetriebenen Generators (Reichweitenverlängerer) wird eine Gesamtreichweite von circa 600 Kilometern erreicht. Für die jährliche Kilometerleistung von gut 10'000 Kilometern wurde ein Mix von 90 Prozent reinem Akkubetrieb registriert, dies bei einer Akku-Reichweite von ca. 50 km im Winter- und von bis zu 80 km im Sommerhalbjahr.
 
Bei einem Verbrauch von 20 Kilowattstunden Strom pro 100 Kilometer und einem Benzinpreis von Fr. 1,55 pro Liter für den Generatorbetrieb entstehen so jährliche Treibstoffkosten von rund 350 Franken. Ein moderner, kompakter Benziner kommt bei einem Durchschnittsverbrauch von 5 Litern pro 100 Kilometer auf 775 Franken pro Jahr und damit auf mehr als das Doppelte.
 
Dieser variable Kostenvorteil wird noch gesteigert durch massiv tiefere Strassenverkehrssteuern (im Kanton Thurgau 96 Franken/Jahr) sowie durch die nur alle zwei Jahre anfallenden Servicekosten für den Reichweitenverlängerer. Wer darüberhinaus kein Neufahrzeug erwirbt, sondern ein gutes gebrauchtes Elektroauto - davon sind viele auf dem Markt - kann die Anschaffungskosten auf das Niveau eines herkömmlichen Autos senken.
 
Dieses Rechenbeispiel zeigt: Elektroautos sind aus Kostensicht interessant. Zudem bieten sie erhöhten Fahrkomfort und sorgen gerade im urbanen und städtischen Raum für umweltfreundliche Mobilität. Wer schliesslich sein Elektrofahrzeug nicht alle zwei Jahre wechselt, sorgt dafür, dass sich der ökologische Fussabdruck des grossen Akkus mehr als egalisieren lässt. So gesehen spricht alles für ein Elektroauto, besonders wer dieses mit erneuerbaren Energien lädt.
 
(msi.)