Holzabfälle besser genutzt
12. Juli 2018

Holzabfälle besser genutzt

von: Martin Sinzig

Eine neuartige Turbinentechnologie schöpft das Potenzial einheimischer und erneuerbarer Energien besser aus. Wie das geht, zeigt der Westschweizer Energieversorger Groupe E in einer Fernwärmeanlage in Düdingen FR. Die Anlage verwendet heisse Luft statt Wasserdampf versorgt 1000 Haushalte mit Strom und Wärme. Entwickelt wurde die Heissluftpumpe von Schmid Energy Solutions, Eschlikon TG.

Eine Wärme-Kraft-Kopplungsanlage in dieser Leistungsklasse stellt ein Novum dar, wie der Informationsdienst der Energie-Experten berichtet. Die Anlage ermöglicht es den Fernwärmezentralen sowie Industrie-, Gewerbe- oder Dienstleistungsbetrieben, sich weitgehend autark mit Wärme und Elektrizität zu versorgen. Geeignete Anwender der Technologie wären Wärmeverbünde, die auch in der Übergangssaison einen Wärmebedarf von 450 Kilowatt elektrisch aufweisen. Von solchen Wärmeverbünden gibt es in der Schweiz circa 100 bis 200. Zudem könnten aber auch andere Abnehmer mit relativ hohem Wärmebedarf wie Zoos oder Fussballstadien von den Vorteilen der Technologie profitieren.

Die Anlage, die im Rahmen des ersten Massnahmenpakets der Energiestrategie 2050 als eines von 13 Leuchtturmprojekten vom Bundesamt für Energie (BFE) gefördert wird, liefert jährlich 20'000 Megawattstunden Wärme für die gemeindeeignen Gebäude und private Haushalte. Als Brennstoff verwertet sie lokal erhältliche, preisgünstige Holzabfälle aus dem Wald. Allein diese Form der Wärmeerzeugung aus klimaneutralen Brennstoffen stellt einen wichtigen Beitrag zum Umbau des Schweizer Energiesystems dar. Denn die zwei grossen Holzfeuerungen der Düdinger Anlage ermöglichen die Einsparung von 380'000 Liter Heizöl und senken die Emissionen aus der lokalen Wärmeversorgung um 1000 Tonnen CO2. 

(Quelle: energie-experten.ch)