Regelstrom aus Elektroautos
24. September 2018

Regelstrom aus Elektroautos

von: Martin Sinzig

Die Stabilisierung der Stromnetze gilt als eines der großen Versprechen der Elektromobilität: Fahrzeugbatterien sollen helfen, Netzschwankungen abzufedern, indem sie überschüssigen Strom aufnehmen und kurzfristig speichern. Next Kraftwerke aus Köln und Jedlix aus Rotterdam wollen dieses Konzept ab dem kommenden Jahr in den Niederlanden erproben. Der deutsche Energiedienstleister und der holländische Ladedienstleister haben angekündigt, Speicherkapazität von Jedlix-Kunden am Regelenergiemarkt anzubieten, meldet bizz-energy.com, das Wirtschaftsmagazin für die Energiezukunft.

Ausgeschrieben hat das Vorhaben der niederländische Übertragungsnetzbetreiber Tennet. Er setzt damit eine branchenübergreifende Serie von Pilotprojekten fort. Mehrere Unternehmen suchen nach technisch und wirtschaftlich praktikablen Systemen zur Vermarktung der Speicherkapazität von Elektroautos. Darunter sind der Ökostromanbieter Lichtblick, der Energie- und Ladelösungsanbieter The Mobility House aus München, der Wechselrichterhersteller SMA sowie Volkswagen und Nissan.

Das auf zwei Jahre Laufzeit angelegte Vorhaben von Next Kraftwerke, Jedlix und Tennet in den Niederlanden soll der Wirtschaftlichkeit nun deutlich näher kommen. Von 2012 bis 2015 hatten bereits Volkswagen, Lichtblick, SMA sowie das Fraunhofer Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik E-Fahrzeuge als dezentrale Speicher zur Netzstabilisierung in einem Projekt getestet. Dabei zeigte sich, dass teilnehmende Autobesitzer noch deutliche Einschränkungen bei der Nutzung ihrer Fahrzeuge in Kauf nehmen mussten.

(Quelle: bizz-energy.com)