01. Januar 1970

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01. Januar 1970

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Energiewende im Ausland?
28. Dezember 2018

Energiewende im Ausland?

von: Martin Sinzig

Erst im März 2017 hatte das Volk das Energiegesetzt gutgheissen und damit einen Umbau der Energiewirtschaft in Richtung neuer, erneuerbarer Produktion. Die Schweiz sei bei den Zielen der Energiestrategie 2050 auf Kurs, meldete der Bund in einem ersten Monitoringbericht, der allerdings die Situation per Ende 2017, also noch vor dem Inkrafttreten des neuen Energiegesetzes.

Erreicht worden seien Effizienzziele, was den Energieverbrauch pro Kopf betreffe. Bei der Stromproduktion aus erneuerbaren Energien ohne Wasserkraft seien hingen 2017 erst 75 Prozent des angestrebten Zubaus erreicht worden, hiess es im November 2018.

Es gab aber auch sehr kritische Stimmen. Die Schweiz falle ab, kommentierte der WWF im Oktober 2018 den Energiewende-Index der Umweltverbände, und Ökostrom Schweiz hatte bereits im August 2018 montiert, die Energiewende finde im Ausland statt, das heisst das Geld fliesse eher in ausländische Anlagen, während im Inland grössere Projekte wie Windkraftanlagen oft am lokalen Widerstand scheitere oder unter dem langen Bewiligungsprozedere leide.

In der Debatte kaum erwähnt wurde, dass der ausstehende, zweite Liberalisierungsschritt für private Verbraucher und für das Kleingewerbe die Nachfrage die Nachfrage nach erneuerbarem Strom stark fördern würde. Die technischen Möglichkeiten, um Verbrauch und Produktion aufeinander abzustimmen, sind bereits in Entwicklung, und hier könnte die Schweiz ihre Innovationskraft ausspielen.

(Quellen: Blick.ch; 20minuten.ch, wwf.ch)